Risikofaktoren für Demenz
Basierend auf den Studienergebnissen der Lancet-Kommission von 2024, werden hier vierzehn wissenschaftlich nachgewiesene Risikofaktoren für Demenz dargestellt. Die Lancet-Kommission ist eine internationale Expertengruppe ausführenden Forschern, die regelmäßig Berichte zu Risikofaktoren und präventiven Faktoren für Demenz veröffentlicht. Laut der Kommission könnten 45% aller zukünftigen Demenzfälle vermieden werden, wenn alle vierzehn Risikofaktoren beseitigt würden. Eine Maßnahme, durch die man ausschließen kann, jemals an Demenz zu erkranken, gibt es nicht. Schließlich ist der größte Risikofaktor ein hohes Lebensalter und es gibt auch weitere, nicht-beeinflussbare individuelle Risikofaktoren. Die hier aufgeführten Präventionsmaßnahmen können aber dazu beitragen, dass eigene Demenzrisiko zu senken, sodass man im besten Fall gar nicht oder erst später an einer Demenz erkrankt.
Demenzrisiko: Was kann ich tun?
Hier finden Sie Risikofaktoren nach Lebensphasen geordnet. Klicken Sie auf einen Faktor, um Informationen und mögliche Handlungsmöglichkeiten anzuzeigen.
1. Kindheit und Jugend
1.1 Geringe Bildung – angegebenes Risiko: 5 %
Was kann ich tun?
- Neugierig bleiben und persönliche Interessen fördern.
- Verschiedene Bildungsangebote nutzen.
- Den Kopf schützen, zum Beispiel beim Fahrradfahren und Fußballspielen. Schädel-Hirn-Traumata können das Demenzrisiko zusätzlich erhöhen.
2. Mittleres Lebensalter
2.1 Übergewicht (1 %) und Bewegungsmangel (2 %)
Was kann ich tun?
- Regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren. Ob Tanzen, Spazierengehen, Schwimmen oder Sport: Besonders wohltuend kann Bewegung an der frischen Luft und in Gemeinschaft sein.
- Sich ausgewogen ernähren. Gemüse, Obst und Fisch können häufig auf dem Speiseplan stehen; Fleisch eher in geringeren Mengen. Eine ausgewogene Ernährung kann das Wohlbefinden unterstützen.
2.2 Bluthochdruck (2 %), Diabetes (2 %) und hoher LDL-Cholesterin-Spiegel (7 %)
Was kann ich tun?
- Chronische Erkrankungen rechtzeitig ärztlich behandeln lassen. Blutzucker, Cholesterin und Blutdruck regelmäßig kontrollieren und ärztlich besprechen.
- Regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren und sich ausgewogen ernähren.
Hinweis: Der passende Zielblutdruck ist individuell. Besprechen Sie Ihren persönlichen Zielwert mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
2.3 Rauchen (2 %) und Alkohol (1 %)
Was kann ich tun?
- Rauchen und Passivrauchen möglichst vermeiden.
- Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören oder Ihren Alkoholkonsum verändern möchten, können Beratungsstellen und Fachkräfte unterstützen. Viele Rauchentwöhnungskurse werden von Krankenkassen bezuschusst.
2.4 Schädel-Hirn-Trauma – angegebenes Risiko: 3 %
Was kann ich tun?
- Den Kopf schützen, zum Beispiel beim Fahrradfahren und Fußballspielen.
2.5 Depressionen – angegebenes Risiko: 3 %
Was kann ich tun?
- Depressionen sind behandelbar. Wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt und/oder an eine Facharztpraxis. Weitere Informationen und Unterstützung bietet das Bündnis gegen Depression im Kreis Groß-Gerau .
- Dauerstress kann belasten. Sagen Sie „Nein“, wenn es zu viel wird, und planen Sie regelmäßig Ruhepausen ein.
- Achten Sie auf ausreichend erholsamen Schlaf. Bei anhaltenden Schlafproblemen kann eine ärztliche Beratung sinnvoll sein.
2.6 Hörverlust – angegebenes Risiko: 7 %
Was kann ich tun?
- Das Hörvermögen überprüfen lassen, insbesondere wenn Sie Gesprächen – etwa in Gruppen – nicht mehr gut folgen können.
- Bei Bedarf beraten lassen, ob Hörgeräte oder andere Unterstützung geeignet sind. Eine frühzeitige Versorgung kann die Gewöhnung an Hörgeräte erleichtern.
3. Späte Lebensjahre
3.1 Soziale Isolation – angegebenes Risiko: 5 %
Was kann ich tun?
- Beziehungen pflegen und auf Kontakte achten, die als positiv und unterstützend erlebt werden.
- Sport oder Gedächtnistraining gemeinsam mit anderen ausüben. Über Angebote vor Ort informieren Kontakt- und Beratungsstellen im Kreis Groß-Gerau.
3.2 Sehverlust – angegebenes Risiko: 2 %
Was kann ich tun?
- Das Sehvermögen überprüfen lassen, insbesondere bei Schwierigkeiten beim Lesen oder Autofahren.
- Behandelbare Augenerkrankungen ärztlich versorgen lassen.
- Bei Bedarf geeignete Sehhilfen nutzen.
3.3 Luftverschmutzung – angegebenes Risiko: 3 %
Was kann ich tun?
- Regionen und Situationen mit besonders hoher Luftverschmutzung möglichst meiden.
Was das Gehirn sonst noch fit hält:
• Bleiben Sie neugierig, wir sind lebenslang lernfähig!
• Rätseln und Knobeln sind gut, wenn sich unser Gehirn dabei wirklich anstrengen muss. Das klassische Kreuzworträtsel reicht da oft nicht aus. Bessersind Übungen wie „Wörter bilden“ oder Zahlenrätsel.
• Machen Sie im Alltag immer wieder bewusst Dinge anders und weichen Sie von Routinen ab. Vielleicht haben Sie Lust, mal einen Zeitungsartikel auf dem Kopf stehend zu lesen, einen anderen Weg zum Supermarkt zu laufen oder ihre Besteckschublade umzusortieren?